JOURNALISMUS IM AHNUNGSLOS-MODUS …


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Bereits die ersten Videos, die im Internet von der vorwöchigen Untat in Las Vegas auftauchten, lösten bei Experten ungläubiges Entsetzen aus. Ein unaufhörliches, beißendes Belfern von Schüssen in extrem schneller Reihenfolge war zu hören, wie es typisch ist für vollautomatische Kriegswaffen wie ein M-16, deren Verkauf in den USA jedoch seit 1986 verboten ist. Wer noch eines hat und keine spezielle Lizenz dafür besitzt, muss mit massiven Strafen rechnen. Mindestens zwölf der 29 im Hotelzimmer gefundenen Waffen waren mit den legalen Schussbeschleunigern aufgerüstet – lesen wir, etwa im Handelsblatt.

Was der Verfasser dieses Artikels jedoch nicht zu wissen scheint, ist die Tatsache, dass diese „Schussbeschleuniger“, auch als „Bump Stock“ bekannt, völlig ungeeignet zum genauen Zielen sind. Und schon gar nicht auf jene Entfernung und angeblich erzielte Trefferquote, die uns bei der Mandalay-Bay Hotel in Las Vegas einzureden versucht wird.

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Animation eines Bump Stocks beim Feuern. Durch die Vorwärtsbewegung des Gewehrkörpers wird der Abzug erneut betätigt. (Bild: Wiki) – Damit kannst du unmöglich genau zielen, und das Zielfernrohr auf deiner Show-Knarre dient maximal nur mehr zur Staffage für ein ahnungsloses Medienpublikum.

Das alles passt außerdem nicht ganz mit der Behauptung der ermittelnden Behörden zusammen, dass sie beim angeblichen Einzel-Sündenbock „genaue Kalkulationen über Neigung und Erhöhung der Schusslaufbahn gefunden hätten.“ Jemand, der auf diese Entfernung zuverlässig treffen will, verwendet einfach keinen Bump Stock! Und schon gar nicht auf seinem gesamten Waffen-Reservoir.

Es widerspricht sich, wie so vieles in dieser Produktion.

Waffenhändler und wirkliche Fachleute in den USA sehen dieses Teil als „unnötiges, unzuverlässiges und neumodisches Krimskrams“, welches sie Kunden auf Anfrage maximal bestellen und nie auf Lager führen würden. Maximal eine Modeerscheinung, um auffällig herumzuballern, ohne irgend etwas treffen zu wollen.

“’I’ve always thought these bump stocks were just a novelty,’ Andrew Wickerham, owner of the 2nd Amendment Gun Shop in Las Vegas, told The Christian Science Monitor. ‘They’re not that good, and they’re hard as hell to control’.”

Ein guter, penibel recherchierender Journalist hätte diese Tatsache leicht herausfinden können. Ganz abgesehen von der Mär mit den zehn Koffern voll mit Waffen, die an all den Scannern und Metalldetektoren vorbeizuschleusen wären. Ganz abgesehen von einem ganzen Platoon, ausgewählt aus Ex-Marines und speziellen Sicherheits-Mitarbeitern, die im zwei-Stunden Rhytmus ausgetauscht werden und jeden und alles im Gebäude, generalstabsmäßig organisiert, überwachen. Wenn jedoch die wahren Täter Komplizen im Casino-Team hatten, und die Detektoren umgehen konnten, nimmt das Ding schon andere Dimensionen an, als ein frustrierter, 64 Jahre alter Durchgeknallter.

Zeugen berichteten von einem Mann mit Security-Uniform, der sich ein Feuergefecht mit den herbeigeeilten Einsatzkräften lieferte…

Herzlichst,
euer FS3,
das andere Fern-Seh-Programm.
Denn Nach-Richten war gestern.

War on ‘error, Folge 0012: „Scheuklappen von Verschwörungsbefürwortern“

NACHTRAG

Gab es auch Schützen unter den Konzertbesuchern? Video zeigt angeblich einen Security Mann, der in die Menge feuert…

Die offiziell verfütterte Version ist bereits völlig unglaubwürdig geworden.

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12 Gedanken zu “JOURNALISMUS IM AHNUNGSLOS-MODUS …

  1. sind die beim standard schon komplett deppert geworden?

    Judenfeindliche Äußerungen und Codes im Wahlkampf

    Die Postings reihen sich nahtlos in den vergangenen Wahlkampf ein, in dem verschiedene Parteien judenfeindliche Äußerungen und Codes für Empörung und Schlagzeilen sorgten. So machte der Spitzenkandidat einer Kleinstpartei im Netz Werbung für das antisemitische Pamphlet „Die Protokolle der Weisen von Zion“. Im Netz sorgte die Verhaftung des israelischen Politikberaters Tal Silberstein für Aufregung.“

    http://derstandard.at/2000066522122/Regierungsverhandlung-Warnung-vor-FPOe-loest-antisemitischen-Sturm-aus

    https://archive.is/vjbKp

    der spitzenkandidat von G!LT, der partie von roland düringer hatte das über 100 jahre alte gschreibsel auf seiner leseliste, genau wie die entgegnung dazu…

    und nicht die verhaftung von silberstein sorgte für aufregung, sondern dass hochkam, dass herr silberstein antisemitische inhalte den politischen gegnern der spö unterschieben wollte.
    offenbar nachweislich…

    es ist echt zum kotzen auf was für ein unterirdisches niveau die journaillie abstürzt…

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  2. „journalismus“ im aufgeregt-modus:

    https://kurier.at/politik/ausland/zeman-zeigt-maschinengewehr-attrappe-mit-aufschrift-gegen-journalisten/293.427.441

    https://archive.is/AedQO

    ein holz-geschenk mit likörflasche läßt die presse die sprache verlieren:

    „Der tschechische Präsident Milos Zeman prahlte mit einem hölzernen Maschinengewehr, dass er als Geschenk bekommen hat.“

    „Gleichzeitig versicherte er jedoch, dass er zu nicht schießen wisse.“

    im übrigen gratuliere ich zur wahl…

    und zum nazi-onalfeiertag hab ich auch den satire(s)hit schlechthin entdeckt:

    http://derstandard.at/2000066380014/Zum-Nationalfeiertag-Das-ist-Oesterreich
    petra piuk, ein geh-heim tip würd ich sagen…

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    • Zum nationalfeiertäglichen Geheimtip

      Applaus, Applaus. Die Dame hat sich mit sicherem pc-Instinkt an jedem existenten oder erfundenen Klischee abgearbeitet. Wie pervers! – auch wieder im eigentlichen Wortsinne: pervertere = lat. für umkehren, ver-, umdrehen.

      Es kostet viel Überwindung, diese Tirade zu lesen, die vor Gemeinplätzen nur so strotzt und vor (Selbst)Haß trieft. Bei diesem Oevre wird das parasitäre Wesen dieser Zunft offensichtlich. Noch schlimmer: Es erinnert an ein Insekt, das in offene Wunden seine Eier (oder Exkremente) ablegen will. Eigentlich bräuchte man nach jedem „G’stanzl“ einen Schnaps 🙂
      Doch trotz – oder gerade wegen – des unmäßigen Giftspritzens liest sich der Text wie der eines bösen kleinen Mädchens.

      Aber trotzdem:.
      Nicht auszudenken, was für Wellen das schlagen würde, wäre der Adressat dieses Machwerkes nicht der/die Österreicher/in.
      Fast möchte man Theodor Körner zitieren: Noch sitzt ihr da oben….

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  3. ad überwachungsstaat:

    http://derstandard.at/2000065716235/Mesh-Router-koennen-sogar-den-Atem-der-Nutzer-erfassen

    Elektromagnetische Wellen, wie sie ein Router aussendet, werden leicht reflektiert, dies erlaubt Messungen, um selbst vergleichsweise kleine Bewegungen realisieren. Das Unternehmen setzt dabei minimal zwei Router ein, die ihre Signale aussenden, und fünfzig mal pro Sekunde Messungen vornehmen. Mithilfe von Timing-Informationen über das Ankommen der Signale beim Gegenüber und dank Maschinenlernfähigkeiten lässt sich so eine Genauigkeit von 1 bis 2 Zentimeter für jedes Objekt erreichen.“

    bleiben sie ruhig, es kann ihnen nichts geschehen…

    jetzt wissen wir warum namhafte routerhersteller gerne naheverhältnisse zu militärgeheimdiensten der herkunftsländer nachgesagt werden…

    eigentlich logisch. die router sind sowas wie leuchte und kamera in einem gehäuse. praktischer weise sind sie vom bespitzelten mit strom versorgt und ans übertragungsnetz angeschlossen…

    er bezahlt auch noch dafür, diese immer leistungsfähiger zu machen…

    ps: jeder fernseher hat heute auch so ein ding eingebaut, jedes handy auch…

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    • Die Smartphones können so einiges. Z.B. feststellen, in welche Auslage man beim Spazieren in der Fußgängerzone gerne hineinschaut, wo man seine Schritte verlangsamt… u.ä.m.

      Oder – wie schon vor ca. zwei Jahren passiert: Ich kaufe mir in einem Laden Produkt A und Produkt B. Als ich mir dann etliche Monate später das Produkt A via Internet bestelle, krieg‘ ich gleich die Werbung für Produkt B am Rechner mitgeliefert, obwohl überhaupt kein kausaler Zusammenhang zw. den beiden Produkten besteht. Zufall?

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      • ja, auch von den daten her kann man viel ausspionieren, abhören oder auslesen…

        aber in dem artikel geht es darum, dass die wlan-antenne ein das signal aussendet und das echo dieses signals auswertet…

        genau wie ein radargerät funktioniert im wesentlichen, es sind auch ähnliche wellen, die da verwendet werden…

        sind jetzt 2 wlan (oder bluetooth?-) geräte im überschneidungsbereich aktiv läßt sich aus den echos schon ein dreidimensionales modell der wände, möbel tiere und menschen in diesem bereich errechnen…

        ein bisserl so wie eine stereoanlage mit zwei lautsprechern ein orchester abbilden kann…

        mehrere router ergeben dann ein erlebnis wie bei der thx-anlage im kinosaal. jedes echo kann exakt einem ort im überschneidungsbereich zugeordnet werden…

        und das übers internet ohne irgendein physisches eingreifen…

        einfach die software an den routern/sendern/empfängern manipulieren, die vor ort errechneten echodaten via internet von den routern einsammeln, daten auswerten, fertig…

        völlig unbemerkt.

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        • Mir war wohl klar, daß dies, was Router schon können, eine ganz andere Dimension der Überwachung darstellt. Da braucht man keinen mobilen Wärmebild-Scanner mehr vor dem Haus aufzubauen – was bei Hochhäusern recht schwierig wäre – und es ist jeder Nutzer betroffen. Sehr smart! Wir sind das Volk, wir sind Terrorist.

          Was ich dazu geschrieben habe, wollte ich halt auch mal loswerden…. 🙂

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            • Nö, paßt scho‘. Kampflesben haben hier (hoffentlich) Lokalverbot. Und wenn sich eine hierher verirrt, darf sie ruhig etwas lernen – sowie ich ja schon einiges gelernt habe hier und von Dir.

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