MORGEN FRÜH WIRD DIE REICHSBRÜCKE VERSCHWINDEN …


rb76-gr

Gestern, vor 40 Jahren stürzte mit der Wiener Reichsbrücke ein Wahrzeichen der Stadt in die Donau. Nicht zwingend zum Nachteil der Stadt, wie der WIENER bereits vor 20 Jahren aufdeckte. Ein seltsamer Anruf bei einer Wiener Tageszeitung am Vorabend. Alle Ampeln an den Rampen zehn Minuten lang auf Rot. Bloß fünf anstelle von bisweilen knapp 20.000 Menschen auf der Brücke, und die alle auch mehr zufällig. Danke an eine MitseherIn für diesen Tipp, der so auch dem FS3 bisher nicht geläufig war.

Als die Wiener Reichsbrücke am frühen Morgen des 1. August 1976 in die Donau stürzte, war sehr viel Glück bei all dem Unglück im Spiel, nicht nur deshalb, weil das Debakel nur ein Menschenleben kostete. Auch auf die weitere bauliche Entwicklung der Stadt hatte das zerbröselte Wahrzeichen mehr positiven als negativen Einfluss. Die U-Bahn, für deren Verlängerung nach Kagran zunächst eine Nebenbrücke geplant war, konnte ins Konzept der neuen Brücke integriert werden. Die recht enge Fahrbahnbreite konnte den Verkehrsgegebenheiten angepasst werden. Und auch für die damals bereits vage in Planung befindliche Staustufe Freudenau (1995 fertiggestellt) brachte der Einsturz letztlich Vorteile: Das zur maximalen Ausschöpfung des Stauvolumens notwendige Anheben der alten Brücke hätte Experten-Schätzungen zufolge insgesamt mehr gekostet als der Neubau der Brücke.

Die konkreten Seltsamkeiten rund um die Brückenkatastrophe recherchierte WIENER-Redakteur Alwin Schönberger bereits 1996 zum 20-jährigen Jubiläum penibel. So ging etwa am 31. Juli 1976 knapp vor Mitternacht beim Portier eines Zeitungsverlages ein anonymer wie polizeilich aktenkundiger Anruf ein: „Morgen, gegen fünf Uhr früh, wird die Reichsbrücke verschwinden und Wien das größte Unglück der Nachkriegsgeschichte erleiden.“ Die auf der Brücke zum Einsturz-Zeitpunkt 04:43 Uhr befindlichen Fahrzeuge waren: ein VW Käfer, der sich zuvor auf der Brückenauffahrt überschlagen hatte und nun mit Reifenschaden darniederlag, weshalb sich die Besatzung eines ÖAMTC-Pannenwagens um ihn kümmerte. Der ORF-Fahrer Karl Kretschmer hatte seinen Transit angehalten, um dem verunfallten Käfer Hilfe zu leisten, hätte die Brücke also auch längst verlassen sollen (er blieb das einzige Todesopfer des Zwischenfalls)…

Mehr Einsichten, und der gesamte Artikel (Text von Franz J.Sauer, leicht redigiert vom FS3) hier beim WIENER.

Herzlichst,
euer FS3,
das andere Fern-Seh-Programm.
Denn Nach-Richten war gestern.

War on ‘error, Folge 1976: “Brücken in die Zukunft”

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3 Gedanken zu “MORGEN FRÜH WIRD DIE REICHSBRÜCKE VERSCHWINDEN …

  1. 😉

    ich dachte mir so beim stöbern im digitalen blätterhaufen, dass das fs3 immer noch in so manchen redakteur/teuse/stuben herumspukt, und sogar aus deren sicht eine bedrohung darstellt:

    http://derstandard.at/2000042186168/Eso-Bericht-Die-dunkle-Seite-des-Regionalismus

    „Hier ist die Rede von Rückzugsfantasien, die von apokalyptischen Befürchtungen und Weltverschwörungen befeuert werden.“

    „Autarkie vom Staat und Antisemitismus Solche Gruppen propagieren etwa die

    „unrealistische Loslösung vom Staat, gänzliche Autarkie und neue fantastische Geldsysteme“, heißt es im Bericht, in dem auch Namen solcher, oft auch antisemitischer Gruppen aufgelistet sind“

    natürlich kann man sich solche gedanken nicht gefallen lassen, es gehört dazu das strafrecht entfesselt und dieses gedankengut quasi zum offizialdelikt erklärt:

    https://de.wikipedia.org/wiki/Offizialdelikt_%28%C3%96sterreich%29

    aus:

    http://www.krone.at/web/hasspostings-gruene-wollen-strafrecht-verschaerfen-neuer-tatbestand-story-522914

    „wenn jemand aus einer laut Verhetzungsparagraf geschützten Gruppe (Rasse, Hautfarbe, Religion, Staatsangehörigkeit, Geschlecht, sexuelle Ausrichtung etc.) „für eine breite Öffentlichkeit wahrnehmbar“ beschimpft, verspottet, misshandelt oder bedroht wird.“

    „Die Grünen wollen diesen Lückenschluss zwischen Verhetzung und gefährlicher Drohung zum Ermächtigungsdelikt machen, die Staatsanwaltschaft muss den Täter also verfolgen, wenn das Opfer das wünscht. Die Tatbestände Beleidigung und üble Nachrede, mit denen derzeit gegen Hasspostings vorgegangen werden kann, sind hingegen Privatanklagedelikte, bei denen das Opfer das finanzielle Risiko selbst trägt.“

    nun, wie wir seit der grünen schnellzustimmung zum esm wissen, sind die grünen ja bekanntlich eher dafür, das finanzielle risiko auf die arbeitende bevölkerung zu verteilen, da dafür dann schon lieber unbegrenzt. schließlich geht es da ja auch um die vom hungertod bedrohte aussterbende art der banker, viele davon auch mitglieder in anderen stets bedrohten und verfolgten schutzbedürftigen gruppen: (zb: politiker, vorstandsvorsitzende, ceo, cfo, um beispiele zu nennen, die gemeint sein könnten, ohne vorläufig unter obige strafverfolgung zu fallen…)

    wie bedroht diese genannten gruppen sind, kann man aus den umstürzen in deren angestammten jagdgefilden ablesen:

    http://kurier.at/wirtschaft/fintechs-eroeffnen-kampf-ums-bankkonto/213.300.163

    ja sogar der staat verdient neuerdings millionen, äh… milliarden an den galloppierenden negativzinsen:

    http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2016/08/01/bundesregierung-verdient-milliarden-durch-negativ-zinsen/
    aber gott sei dank kann man immer gleich feststellen, wer schuld ist, egal wo das problem liegt:

    http://kurier.at/politik/ausland/e-mail-affaere-weitere-ruecktritte-bei-us-demokraten/213.401.401

    putin war ’s!

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  2. Erste Brücke eröffnet August 1876, fast auf den Tag genau 100 Jahre später die Katastrophe.

    Eine unabhängige ExpertenInnen-Kommission untersuchte die Katastrophe. Sie sah die Ursache des Einsturzes im ungünstigen Zusammenwirken einer Reihe von Faktoren. Jeder für sich allein wäre ungefährlich gewesen. Dazu gehörten vor allem:

    die Wahl eines Auflagerostes aus Blechträgern auf einem unbewehrten Betonsockel
    die Wirkung des „Kriechens“ und „Schwindens“ des Betons
    der ungünstige Zusammenfall von Witterungs-, Strömungs- und Temperatureinflüssen

    Diese „Allerweltserklärung“ stammt von
    https://www.wien.gv.at/verkehr/brueckenbau/donaubruecken/reich-geschichte.html#einsturz

    Gefällt 1 Person

    • Habe übrigens diesen Artikel einem geb.Wiener, der in Norwegen lebt, geschickt. Kommentarlos. Seine lapidare Antwort: „Es würde mich nicht wundern, wenn die Brücke wegen ihres Namens gesprengt worden wäre.“ 🙂

      Zwischen 1945 und 1955 hieß sie „Rote-Armee-Brücke“.

      Sogar einen Doppel-Selbstmord gab es wegen dieser Brücke:

      Das Projekt „Kettenbrücke“ wurde als Prestigeprojekt in einer Zeit begonnen, in der das Land innenpolitisch mit Sorgen zu kämpfen hatte. Doch das Projekt ging nicht so voran wie gewünscht. Die alte Reichsbrücke musste ein Jahr länger als geplant die Behelfsbrücke sein. Die Untergrundverhältnisse waren schwieriger als angenommen. Zudem wurde das Projekt von einem akademischen Streit über die Machbarkeit der Brücke überschattet, der im Freitod eines Professors und seiner Gattin endete.
      (selbe Quelle wie oben.. wien.gv.at…..)

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