ICH HABE GEFOLTERT …


 

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Type Scan AB by Tony Ziebetzki

Ja, ich gestehe – ich habe Angst vor manchen Buchstaben des Alphabets! Sie wollen sich nicht so benehmen, wie ich es gerne hätte. Sie folgen meinen Regeln nicht und terrorisieren mich ganz einfach. Frech und ungeniert weigern sie sich mir zu Willen zu sein.

Und ich bin ganz sicher nicht alleine mit dieser Beobachtung!

Eine repräsentative Umfrage ergab, dass sehr viele diese Befürchtung mit mir teilen. So erschien es mir nur ganz logisch und natürlich herzugehen und diese widerspenstigen und offenbar unnützen Buchstaben einzufangen, ihre Motivation noch näher zu erfragen und sie zu lehren, wie man sich gefälligst zu verhalten hätte!

Die Mehrheit war auf meiner Seite. Ich hatte einen Auftrag für eine bessere Welt.

Zuerst nahm ich mir das faule Q vor. Ist ihnen auch aufgefallen, dass ein Q im Gegensatz zu seinen fleißigeren Mitbuchstaben äußerst selten in Geschriebenem vorkommt? Haben sie bemerkt, dass es sich beim Aussprechen hinter einem K und einem U versteckt? Alleine das machte es bereits verdächtig. Ich sperrte es also in einen Käfig und wartete ab.

Der nächste Missetäter auf meiner Liste war das X. Es widersetzte sich bei seiner Gefangennahme etwas und ich mußte angemessene Gewalt anwenden. Dabei brach eines seiner vier Gliedmaßen. – Ab in den Kerker zur Besinnung!

Ein Y, J und ein scharfes S haben weniger als 1% Häufigkeit. Na die werden sich auch noch anzupassen wissen!

Nachdem ich also diese fünf Unbelehrbaren weggeschlossen hatte, wartete ich ein Weilchen ab um mir in der Folge ‚eden Einzelnen gesondert vorzunehmen. Der erste auf meiner Liste war das X, welches durch die kleine Unpässlichkeit bei seiner Festnahme erschreckende Ähnlichkeit mit dem Y aufzuwies. Eine neue Perfidie oder gar eine Revolte? Ein weiterer Akt von Ungehorsam, ‚a vielleicht der subtiler Versuch einer Provokation?

Das X beschwerte sich schliesslich bei der zweiten Befragung unter angemessenem Druck, dass ein P und V ebenfalls ähnlich geringe Häufigkeiten aufwiesen und trotzdem nicht eingesperrt worden waren. Unter einem Prozent! Waren das gar weitere Mitverschwörer? Ich entliess also das ramponierte IKS-ÜPSILON zurück in seine Einzelhaft und schickte die Umlaut-Schergen aus, mir gefälligst unverzüglich das P und das V vorzuführen. In Ketten!

In der Zwischenzeit spielte ich mit dem fetten, runden O mit dem absonderlichen Kwerstrich unter seinem Bauch Ertränken. Ich fragte es einstweilen nichts sondern wollte nur meine Macht über ihn demonstrieren. Das sollte es für später gefügiger machen.

Das J erlitt leider gleich einen Herzanfall als es den Befragungsraum erblickte. Schade, ich hatte mir zu seinem Verhör so nette Dinge ausjedacht.

Mittlerweile waren auch das P und V in sicherer Ferwahrung eingelangt. Ich setzte also meine Nachforschungen weiter, um das genaue Sistem hinter dieser Rewolte der Buchstabenschädlinge herauszufinden und angemessene Gegenmassnahmen zur Erlangung einer logischen Letterngleichheit ergreifen zu können.

Der Erfolg schien mir gewiss, denn ich hatte alle Untereinbrozentler dingfest gemacht. Das scharfe S erwies sich nach dem Erstgesbräch als äusserst kooberatif und ich beschloss seine tägliche Ration fon Buchstabensubbe zu erhöhen und es als Sbitzel zu benutzen. Sogar der kommunale Rechtschreibferband gab seine ursbrüngliche Bedenken auf und ferfasste ein Rundschreiben in dem das scharfe S ber Buchstabenerlass offiziell für „obsolet“ erklärt wurde.

Das Z erkundigte sich am nächsten Tag nach dem Ferbleib seines Freundes, ferhielt sich irgendwie ferdächtig und wurde ebenfalls tsur weitere Informationserlangung dabehalten! Was sind schon acht Buchstaben, wer fermisst die schon? Es gibt ‚a noch neuntsehn weitere, die ihr Blansoll folgsamst erfüllen.

Beim Waterboarding geschah dann ein kleines Missgeschick! Das Übsilon erlitt einen unwiderruflichen Gehirnschaden und stand für weitere Befragungen leider nicht mehr tsur Ferfügung. Kein Broblem, da unser IKS  ‚a sowieso auch als forhergehendes durchgehen würde – mit dem einen Bein weniger. Denn das musste leider abgenommen werden, da es sich enttsündet hatte.

Intswischen hatte der Einsats des scharfen S als Maulwurf betsahlt gemacht! Es trug mir tsu, dass das K und das F gleichsam Müssiggang betrieben und nur dadurch noch nicht entsbrechend auffällig geworden waren, da sie mit den Obrigkeiten A und E regen Ferkehr bflegten.

Ich beschloss die beiden ebenfalls tsur – forerst nur- informellen Befragung in Untersuchungshaft tsu nehmen! Ich hatte mir curts überlegt auch das W seinem Schicsal tsutsuführen, was sich edoch nach insestierender Interwention des E als äusserst unbhorteilhabhter Schritt bhür meine weitere Karriere herausgestellt hätte. Immer diese Bhetternwirtschabht! Letstendlich musste ich wegen einer erbholgreichen Betition bhon irgendsoeiner Buchstabenbhreundgrubbe auch noch das F in die Bhreiheit entlassen. Bardon, es heisst natürlich ‚Freiheit‘.

Mein Fehler!

Aber damit hat es sich schliesslich, denn ich will ‚a noch hinter die Absichten dieser Ferschwörung kommen.

Und das Q hat letstendlich tsugestimmt for qedem tsweiten Qwort forkommen qtsu wollen.

Das qnenne ich qforerst einen Q(Teil)Erfolg! Sie qsehen: Folter qwirkt eben.

Herzlichst,
euer FS3,
das andere Fern-Seh-Brogramm.
Denn Nach-Richten war gestern

War on ‚error, Folge 1984: „Was immer du von mir hören willst“

Der Verursacher des Untergangs der Titanic sitzt
– und das ist durch sein Geständnis zweifelsfrei bewiesen –
in Guantanamo.

„…Wir wissen, daß nie jemand die Macht ergreift
in der Absicht, sie wieder abzutreten.
Die Macht ist kein Mittel, sondern Endzweck.

Eine Diktatur wird nicht eingesetzt,
um eine Revolution zu sichern:
sondern man macht eine Revolution,
um eine Diktatur einzusetzen.

Der Zweck der Verfolgung ist die Verfolgung.
Der Zweck der Folter ist die Folter.
Der Zweck der Macht ist die Macht…“
(George Orwell, 1984)

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